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Verordnung zur Durchführung des Hundegesetzes
(Durchführungsverordnung zum Hundegesetz - HundeGDVO)
vom 21. März 2006 *
Fundstelle: HmbGVBl. 2006, S. 115

Anlage 1

zu § 1 Absätze 2 und 3 HundeGDVO

Inhalt der Gehorsamsprüfung

Folgende Hilfsmittel sind erlaubt:

-

festschnallbares Halsband oder Halsband mit Zugstopp,

-

Halti,

-

Brustgeschirr (nicht mit Zugwirkung unter den Achseln),

-

Leine,

-

Pfeife.

Der Einsatz von Futter oder Spielzeug als Belohnung ist zulässig. Hör- sowie Sichtzeichen sind erlaubt.

A.
Gehorsamsübungen

1.

Gehen an lockerer Leine

Der Hund darf nicht permanent an der Leine ziehen. Er hat Richtungs- und Tempowechseln willig zu folgen und anzuhalten, wenn die Hundeführerin/der Hundeführer stehen bleibt.

2.

Sitz, Platz, Steh

Der Hund muss auf Signal der Hundeführerin/des Hundeführers zwei der drei Positionen einnehmen und so lange darin verharren, bis er ein anderes Kommando erhält. Dieser Übungsteil muss mit an- und abgeleintem Hund gezeigt werden.

3.

Bleib

Die Hundeführerin/der Hundeführer bindet den Hund an einer geeigneten Stelle an und gibt eines der Kommandos unter 2. Wenn der Hund angebunden ist, entfernt sich die Hundeführerin/der Hundeführer, bleibt aber in Sichtweite des Hundes. Auf Anweisung der Prüferin/des Prüfers (frühestens nach zwei Minuten) kehrt die Hundeführerin/der Hundeführer zu dem Hund zurück. Bis dahin muss der Hund sich - auch unter leichter Ablenkung - ruhig verhalten.

4.

Kommen auf Ruf

Der Hund ist abgeleint. Die Hundeführerin/der Hundeführer ist in Bewegung. Wenn der Hund mindestens 10 m entfernt ist, gibt die Hundeführerin/der Hundeführer das Kommando zum Herkommen. Der Hund muss zügig herankommen und sich problemlos anleinen lassen. Die einzelnen Gehorsamsübungen sind mehrmals und in wechselnder Reihenfolge zu prüfen. Während der Prüfung müssen sich mindestens nachfolgend aufgeführte Begegnungen ergeben oder, wenn nötig, mit Auftragspersonen nachgestellt werden:

-

Personen (Jogger, Skater, Radfahrer etc.) überholen/kommen dem Hund mit schneller Geschwindigkeit entgegen (dreimal in verschiedenen Situationen),

-

Begegnung mit einem angeleinten und einem frei laufenden Hund,

-

eine Fremdperson geht auf die Hundeführerin/den Hundeführer zu, schüttelt ihr/ihm die Hand und fängt ein Gespräch an,

-

eine Fremdperson geht auf den Hund zu und nimmt Kontakt zu ihm auf,

-

der Hundeführer geht mit dem Hund durch eine Menschengruppe.

B.
Bewertung der Prüfung

Entscheidend ist bei der Bewertung das Hundeführerin/Hundeführer-Hund-Gespann. Daher muss es eine getrennte Beurteilung von Hund und Hundeführerin/Hundeführer geben.

Nicht bestanden hat

1.

ein Halter, der

-

seinen Hund nicht unter Kontrolle hat oder

-

das Tier mit übertriebener Härte anfasst oder sich anderen Personen gegenüber rücksichtslos verhält,

2.

ein Hund,

-

der Menschen oder andere Hunde belästigt oder angreift,

-

der Teile der Gehorsamsprüfung mangelhaft oder gar nicht ausführt oder

-

der sich minutenlang in einer Situation nicht mehr kontrollieren lässt.